Autorenkreis Quo Vadis


Quo Vadis ist ein Zusammenschluss von Schriftstellern, die deutschsprachige, historische Romane schreiben. Der Autorenkreis hat inzwischen über 100 Mitglieder, darunter unter anderem Rebecca Gablé, Titus Müller, Petra Schier, Wolf Serno und Deana Zinßmeister.
Auf diesen Seiten können historisch interessierte Leserinnen und Leser mehr über unsere Autoren erfahren. Hier gibt es Autorenprofile, Informationen zur Historica und zu unseren Literaturpreisen, und ein Forum mit Ankündigungen, Platz für Buchbesprechungen und vieles mehr.


 

Ein König voller Widersprüche. Zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen

 

Friedrich II. (1712—1786), König von Preußen. Foto: Wikipedia

Text: Rita Hausen

Ohne Zweifel ist Friedrich II. ein sehr widersprüchlicher Charakter, den man nicht verstehen kann, ohne die Traumata seiner Kindheit und Jugend zu bedenken. Sensibel und musisch begabt wurde er von seinem Vater gezwungen, sich ausschließlich mit dem Militär und der Ökonomie seines Landes zu beschäftigen.
Der Vater schlug seinen Sohn, als er ihn mit seinem Lehrer beim Latein lernen erwischte, was er ausdrücklich verboten hatte. Der Lehrer bezog ebenfalls Prügel. Friedrich lernte heimlich Flöte spielen, er beschaffte sich heimlich Bücher – alles, was ihm Spaß machte, musste er vor seinem Vater verbergen. So lernte er schon früh, sich zu verstellen und seine wahren Gefühle zu tarnen. Bis er es nicht mehr aushielt und einen Fluchtversuch unternahm. Sein Vater, Friedrich Wilhelm I., Soldatenkönig genannt, setzte seinen Sohn in Küstrin als Deserteur fest. Ihm drohte die Hinrichtung. Doch stattdessen kam der Vater auf die Idee, seinen Freund Hans Hermann von Katte, der ihm bei der Planung der Flucht geholfen hatte, vor den Augen des Sohnes hinzurichten. Damit wollte er seinen Sohn disziplinieren und zum Gehorsam zwingen. Friedrich wurde von zwei Offizieren festgehalten und gezwungen zuzusehen, wie der Freund enthauptet wurde. Als der Henker das Schwert hob, sank er in Ohnmacht. Friedrich war 18 Jahre alt! Es zeugt von innerer Kraft und Stärke, dass er dieses Trauma irgendwie überstand, aber es wirkte zeitlebens in ihm weiter.

Als Kind konnte er nicht einmal den Tod von Tieren ertragen und hasste die Jagd. In seinen Schlachten musste er sich an Gemetzel, Verwundung und Tod vieler Menschen gewöhnen, was ihn nach und nach bitter und hart machte. Da die Kriege gewaltige Summen seines Staatshaushaltes verschlangen, wurde er geizig, sparte an der Ausrüstung seiner Soldaten, ließ Invaliden und Veteranen unversorgt, brachte Not und Zerstörung über sein Land, um das er doch so erbittert Krieg führte.
Er musste erfahren: Es ist leichter einen Krieg anzufangen, als ihn zu beenden. So kämpfte er zusammengenommen etwa zehn Jahre um die Provinz Schlesien, die er im Handstreich zu gewinnen dachte.
Manche, die ihn schätzten, sagten über ihn, er sei warmherzig und verletzlich, was er hinter Spott und Ironie verberge. Hinter der Maske der Macht. Der Härte. Der Unnahbarkeit.
Er setzte in vielen Schlachten sein eigenes Leben aufs Spiel. War er ein lebensmüder Kämpfer oder gab ihm die Konfrontation mit dem Tod den Kick zum Leben? Oder musste er, wie unter Zwang, die Bedrohung seines Lebens immer neu inszenieren?
Der Siebenjährige Krieg brachte ihn mehrfach an den Rand der Verzweiflung. Er kämpfte gegen halb Europa, gegen eine große Übermacht und behauptete sich am Schluss, als ihm ein wenig Glück zu Hilfe kam. Er arbeitete wie ein Pferd, um sein Land wieder aufzubauen. Er kümmerte sich um alles und jedes, erwies sich als „erster Diener seines Staates“, wurde zum „Alten Fritz“: knurrig, knorrig und doch eine Vaterfigur, dem die Menschen bis heute Blumen und Kartoffeln aufs Grab legen.
Er stand sein Leben lang im Zwiespalt zwischen den humanen Forderungen seiner Philosophie und den Interessen politischer Machtentfaltung.
Mit zunehmendem Alter wurde er misstrauisch und einsam, mied die Menschen, liebte nur noch seine Hunde.
Am Ende wollte er in seinem Garten in Sanssouci begraben sein, ohne Blendwerk, Pracht und Pomp. Dem wurde nicht entsprochen. Erst nach über 200 Jahren fanden seine Gebeine dort ihre letzte Ruhe.

„Ich habe Verse gemacht und sie verloren, ein Buch zu lesen angefangen, und es ist verbrannt; auf einem Klavier gespielt, und es ist entzweigegangen; ein Pferd geritten, und es ist lahm geworden. Nun fehlt zu meinem Unglück weiter nichts, als dass Du meine Freundschaft mit Undank lohnst. Dann hänge ich mich auf.“ (Aus einem Brief an Jordan, 27. September 1744)

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Die Verfasserin dieses Artikels hat einen Roman über die Jugend Friedrichs des Großen geschrieben, der voraussichtlich im Juni erscheint: Rita Hausen, Ein ungeratener Sohn, AAVAA-Verlag, Berlin

Viele kennen ihn nur als den „Alten Fritz“. In diesem Buch geht es um den jungen Friedrich, um seine unglückliche Jugend und seinen traumatischen Konflikt mit dem strengen Vater, der ihn beinahe das Leben kostete.
Die Autorin räumt mit einigen Vorurteilen auf, die sich über Friedrich gebildet haben. Sie zeigt einen charmanten, witzigen und eleganten Kronprinzen und Monarchen, der mehr als andere Herrscher seiner Zeit der Aufklärung verpflichtet war, Toleranz übte und die Folter abschaffte.
Neben den spannenden Ereignissen um die Inhaftierung des Prinzen, seine Thronbesteigung und seine ersten Jahre als König, geht es auch um eine psychologische Nachzeichnung der Person Friedrichs, indem der Versuch unternommen wird, Gedanken und Gefühlen des jungen Friedrich auf die Spur zu kommen.

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Mit Quo Vadis durchs Jahr

Die Termine und Highlights für 2012

Das neue Jahr hat eben erst an Fahrt gewonnen und steuert schon auf seinen ersten literarischen Höhepunkt zu: Vom 15. bis zum 18. März findet die Leipziger Buchmesse statt. Der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche zieht Verlage, Autoren, Leser und Journalisten auf das Leipziger Messegelände. „Leipzig liest“ ist das größte europäische Lesefest mit über 2.000 Veranstaltungen an über 300 Veranstaltungsorten. Zum ersten Mal wird in diesem Jahr auch der Autorenkreis Quo vadis auf der Messe vertreten sein. Sprecherin Kerstin Groeper-Schmäling: „Wir sind mit einem eigenen Stand vor Ort und werden dort jeden Tag Quo vadis-Autoren begrüßen können.“ Mehr Informationen unter: www.leipziger-buchmesse.de

Im Mai vergangenen Jahres startete das Quo vadis-Projekt Gemeinschaftsroman – ein Historischer Roman geschrieben von zwölf Meistern des Genres. Mit dabei sind unter anderen Caren Benedikt, Tanja Kinkel, Titus Müller und Peter Prange. Die Herausgeber Heike Koschyk und Alf Leue haben einen spannenden Plot entwickelt, die Geschichte basiert auf einem wahren historischen Kriminalfall, der vor rund 500 Jahren ganz Köln in Atem hielt. Inzwischen sind etwa zweihundert Seiten von „Die vierte Zeugin“ (so der Arbeitstitel) geschrieben, im Mai geht das Manuskript ins Lektorat zum Aufbau Verlag. Die Veröffentlichung inklusive Buchpräsentation ist für den Herbst geplant. Mehr zum Gemeinschaftsroman unter der Facebookseite “Aus zwölf Federn”

Nach der Sommerpause heißt es dann „Neues Denken“ – so der Leitspruch der Frankfurter Buchmesse, die vom 10. bis zum 14. Oktober ihre Pforten öffnet. Die weltgrößte Buch- und Medienmesse zieht jährlich rund 7.500 Aussteller an den Main, Ehrengast 2012 ist Neuseeland, das sich unter dem Motto „While you were sleeping – Bevor es bei euch hell wird“ präsentiert. Auch Quo vadis ist dabei, wie in den vergangenen Jahren auch wird es die Möglichkeit geben, auf der Messe mit Autoren ins Gespräch zu kommen. Einen Ausblick auf das Herbstereignis gibt es unter: www.buchmesse.de

Lieb gewonnener Höhepunkt im Quo vadis-Kalender ist die jährliche Historica, die in diesem Jahr vom 9. bis zum 11. November in der nordrhein-westfälischen Domstadt Billerbeck stattfindet. Mit ihrer historischen Altstadt, dem imposanten Ludgerusdom und einer einmaligen Lage ist die münsterländische „Perle der Baumberge“ ein idealer Ort für das Quo vadis-Literturfestival. Auf dem Programm: die Verleihung des Sir Walter Scott-Preises 2012 sowie die lange Lesenacht. Mehr zum Veranstaltungsort unter: www.billerbeck.de

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Der Autorenkreis begrüßt: Claudia Schmid

Claudia Schmid, geboren 1960 in Bayern, lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Mannheim. Die Germanistin hat ca. zwanzig Kurzgeschichten und zwei Bücher veröffentlicht, eines davon ist der historische Roman „Die brennenden Lettern“. Sie schreibt Historisches, Kriminelles und Reiseberichte.
Für ihre Kurzgeschichte „Susannes Unbill“ erhielt die Autorin den Quo Vadis-Kurzgeschichtenpreis 2011.

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Neue Leserunde im Forum: Petra Schier “Die Gewürzhändlerin”

Mitte Februar startet eine neue Leserunde in unserem Forum! Dieses Mal begleitet uns die Autorin Petra Schier und beantwortet Fragen zum soeben erschienenen Nachfolgeroman von “Die Eifelgräfin”. Wer sich bis zum 25. Januar anmeldet, kann eines von drei signierte Bücher gewinnen. Zur Leserunde >>

Petra Schier: “Die Gewürzhändlerin”

Von der Eifel an den Rhein: Ein Frauenschicksal im Mittelalter.

Luzia verbringt mit ihrer Herrschaft die Wintermonate in Koblenz. Die Bauerntochter ist überwältigt: Das Leben in der Stadt ist so aufregend! Ihr Glück scheint vollkommen, als der Gewürzhändler Martin Wied sie um ihre Mitarbeit bittet: Ingwerwurzeln, Safranfäden, Paradieskörner, Zitronenöl, Muskatnuss -- Luzia entdeckt ihre Passion. Ihr Verkaufstalent, ebenso wie ihr hübsches Äußeres, bleibt auch anderen nicht verborgen. Ausgerechnet Siegfried Thal, der Sohn von Martins größtem Konkurrenten, will Luzia zur Frau. Noch bevor Martin ihr seine eigenen Gefühle offenbaren kann, wird er des Mordes angeklagt. Überzeugt von seiner Unschuld, beginnt Luzia nach dem wahren Täter zu suchen …

 

Der Trailer zum Buch:

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Neuerscheinung: Rio Concho – Cochise soll sterben (Alfred Wallon)

Der Scout Roy Catlin brachte Tom Calhoun und seine Familie mit einem Auswanderertreck nach Texas. Seitdem sind mehr als 10 Jahre vergangen, in denen viel geschehen ist. Catlin verließ seinerzeit Texas, und sein Weg führte ihn über Arizona nach Mexiko, wo er in die Freiheitskämpfe zwischen Benito Juarez und den Truppen des österreichischen Kaisers verwickelt wurde.

In Tucson wird Catlin erneut auf überraschende Weise mit einem Kapitel seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert – aus einer Zeit, als die Butterfield Postkutschen-Linie weitere Pioniere und Siedler nach Arizona brachte. Diese strömten in das Land, das den Chricahua-Apachen vertraglich zugesichert war. Der Friede begann zu wanken, als die ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen begannen.

Männer wie der skrupellose John Ward und der engstirnige Offizier Bascom entzündeten schließlich die Fackel eines Aufstandes, der die kommende Jahre das Land erschüttern sollte. Und ein Name sollte in aller Munde sein – nämlich der eines Chiricahua-Apachen, der einmal an ein friedliches Zusammenleben zwischen Weiß und Rot glaubte. Bis dieser Frieden brutal zerstört wurde. Der Name dieses Apachen war Cochise!

Dieser neue RIO CONCHO-Roman widmet sich diesmal den Apachenkriegen und enthält die beiden Erzählungen Cochise soll sterben und Der Tod des Falken. Im Mittelpunkt stehen zwei berühmte historische Persönlichkeiten: Cochise und Mangas Coloradas.

Rio Concho – Cochise soll sterben
Alfred Wallon
Mohlberg Verlag
199 Seiten
ISBN 978-3-942079-18-1

Geschrieben von Petra Schier

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